Mein Freund Anton

…Ich verstehe die Leute in den Pariser Vorortzügen nicht mehr, die glauben, Menschen zu sein. Ameisen sind sie, von einem ihnen unbewussten Zwang zum Werkzeug herabgewürdigt. Was mögen sie mit ihren kleinen Sonntagen anfangen, wenn sie frei haben? Auf einer weiten Reise hörte ich einmal, wie bei einer Betriebsfeier in einer Fabrik Mozart gespielt wurde. Ich habe darüber berichtet und zahlreiche empörte Zuschriften bekommen. Ich bin denen nicht böse, die das Tingeltangel vorziehen; sie kennen keine höheren Klänge. Aber auf den Tingeltangelwirt werfe ich meinen Groll; er lockt die Menschen von sich selber weg! Ich bin glücklich in meinem Beruf. Der Vorortzug bedeutet mir zehnmal mehr Tod als das Sterben hier. Eigentlich haben wir doch ein prächtiges Leben.
Ich bereue nichts. Ich habe gespielt und verloren. Aber ich habe den Wind auf freier See atmen dürfen. Das vergisst niemand, dem es einmal vergönnt war. Nicht wahr, Kameraden? Wir suchen ja nicht die Gefahr. Das ist Wichtigtuerei; mit den Stierkämpfern habe ich nichts gemein. Nein, ich suche nicht die Gefahr; ich weiß, was ich suche: ich suche das Leben.Antoine de Saint-Exupéry „Wind, Sand und Sterne“ („Terre des hommes“)
Ob Pariser Vorortzüge oder Hallescher NaWi-Campus, ob Mozart oder Rockland… allet eent! I’d rather give it all for Jesus! „Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden.“ (Matthäus 16,25) Vielleicht kostet es alles, aber wenigstens gibt es am Ende nichts zu bereuen. Nein, ich bin nicht suizidgefährdet. Der Zusammenhang im Zitat dort oben ist ein ganz anderer. Ich weiß nicht, warum mensch dieses Verlangen in sich hat für einen Sinn, für irgendetwas bedeutsames zu leben und es zu genießen? „…auch hat er [Gott] die Ewigkeit in ihr Herz gelegt…“ (Prediger 3,11) Okay, Gott, Du hast also das Loch da geschaffen, damit wir auf die Suche gehen, Dich finden und es mit Dir füllen? Well, You got me hooked.
Aber was auch immer mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust gehalten; ja wirklich, ich halte auch alles für Verlust um der unübertrefflichen Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, willen, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe und es für Dreck halte, damit ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde – indem ich nicht meine Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz ist, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens.
(Philipper 3,7-9)
Doch um noch mal auf Anton zurückzukommen, auch Vorortzüge brauchen Leben. Nicht jeder kann durch die Sahara fliegen. Here I am send me, for what You consider important, not what I imagine as exciting.
Ist nicht vielmehr das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Ungerechte Fesseln zu lösen, die Knoten des Joches zu öffnen, gewalttätig Behandelte als Freie zu entlassen und dass ihr jedes Joch zerbrecht? Besteht es nicht darin, dein Brot dem Hungrigen zu brechen und dass du heimatlose Elende ins Haus führst? Wenn du einen Nackten siehst, dass du ihn bedeckst und dass du dich deinem Nächsten nicht entziehst? Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell sprossen. Deine Gerechtigkeit wird vor dir herziehen, die Herrlichkeit des HERRN wird deine Nachhut sein. Dann wirst du rufen, und der HERR wird antworten. Du wirst um Hilfe schreien, und er wird sagen: Hier bin ich! Wenn du aus deiner Mitte fortschaffst das Joch, das Fingerausstrecken und böses Reden und wenn du dem Hungrigen dein Brot darreichst und die gebeugte Seele sättigst, dann wird dein Licht aufgehen in der Finsternis, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag.
(Jesaja 58, 6-12)
ick gloob ick weess watte meinst… ISS SO! I so understandyou, Sister! We need to talk about exciting life vs. boring life…