Es gibt sie in den verschiedensten Farben und Formen, mit Markensportsachen, mit Vereinsuniform, mit Schlabberpulli und Jogginghose… doch “soziologisch höchstinteressant” ist ihr Grußverhalten:
- Der professionelle, regelmäßig-Jogger mit irgend’ner Art Sportlerbackground grüßt mit Handzeichen, kaum Blickkontakt.
- Der Enthusiast, auch ein regelmäßig-Jogger, aber ohne ernsthaften Sportlerbackground grüßt auch mit Handzeichen, damit man sieht, er kennt sich in der Szene aus, sagt aber obendrein noch ein freudiges “Hallo!” oder “Morgen!”
- Das schüchterne Schulmädchen, das nur wegen Figurkomplexen joggt, grüßt vor lauter Schüchternheit erst gar nicht und guckt immer geradeaus.
- Das nicht so schüchterne Schulmädchen, was wahrscheinlich auch wegen der Figur joggt, aber deswegen keine Komplexe hat, nimmt Blickkontakt auf und lächelt zurückhaltend.
- Der weibliche Mittdreißiger mit Walkman und Gesundheitswahn tut so, als sei das Joggen eine all ihre Konzentration erfordernde Yogaübung und grüßt natürlich nicht.
- Zu-zweit-Jogger sind mit sich beschäftigt und grüßen daher eher nicht.
- Die Nordic Walker gehören meist zu Kategorie 2 oder walzen als Gruppe den Weg entlang und verhalten sich dann wie Zu-zweit-Jogger.
- Der Assimilant. Er beobachtet seinen Genossen beim Herannahen und wählt kurz vor dem entscheidenden Augenblick des Grußaustauschs anhand der mithilfe außerordentlicher kognitiver Fähigkeiten in Sekundenschnelle durchgeführten soziopsychologischen Analysen, welcher Gruß auszuführen ist. Ich.



2 Antworten bis hierher ↓
schnickschnack // Juni 4, 2008 um 8:26 Uhr nachmittags
hä? Du?
ich war grad oft sechs. Wobei meine Partnerin eine Vielzahl von und sicher weitaus mehr als die um uns herum vorhandenen Vogelstimmen imitierte und ich DIE VERUNSICHERTE UND BELUSTIGTE UND IHRE VERUNSICHERUNG MIT BELUSTIGUNG ÜBERSPIELENDE war. Im Allgemeinen grüsst man sich in anonymen Großstädten anscheinend weniger bis mir-fällt-eigentlich-nur-ein-Erlebnis-ein und WALKER - aus Prinzip und aus Verachtung sowie als Hinweis auf ihre euphemisierende Bezeichnung für eine doch außerhalb jeden Sports angesiedelte Tätigkeit - gar nicht.
Aber was mich eigentlich interessiert: Du? Die NEE-SKATEN-WÄR-COOL-SCHWESTER? also eine der beiden…
Matthias REIM // Juni 5, 2008 um 10:32 Uhr vormittags
auf Sabinisch/SÄCHSISCH wäre da noch:
Mogga, der Schogga, bleib mal logga, ein Zogger…
außerdem gibt’s da son Eis: Nogger
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